Theater international 3

Theater international 3
  • Herausgeber:innen: Nathalie Block, Dieter Heimböckel
  • Autor:innen: Ian De Toffoli, Anja Quickert
  • Reihe: Theater international
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN: 978-99959-938-9-4
  • Format: 110 × 187 mm
  • Seiten: 72
  • Preis: 8,00 €
  • Erscheinungsdatum: September 2018

Der vorliegende dritte Band der Vortragsreihe „Theater international“ entspringt, wie seine beiden Vorgänger, dem an der Universität Luxemburg angesiedelten Forschungsprojekt „Prozesse der Internationalisierung im Theater der Gegenwart“. Den Ausgangspunkt von Projekt und Vortragsreihe bildete die Beobachtung, dass ein Prozess der Internationalisierung zu beobachten ist, der sich im Theater als Ort der künstlerischen Inszenierung und als gesellschaftliche und sozioökonomische Institution gleichermaßen widerspiegelt. Diese Entwicklungen und Tendenzen werden in dieser Reihe von Theaterwissenschaftler:innen und Theaterpraktiker:innen aus unterschiedlichsten Blickwinkeln beleuchtet, hinterfragt und diskutiert. Dabei hat sich insbesondere die Divergenz und Reibung der Ansätze und  Positionen als fruchtbar erwiesen – auch in diesem Band könnten sie kaum weiter voneinander entfernt sein und dennoch finden sich Überlagerungen und gemeinsame Hallräume.

Die Theaterkritikerin und Festivalexpertin Anja Quickert beobachtet auf ihren, sie quer durch Europa führenden, „Theaterreisen“ die Freie Theaterszene und ihre projektbasierten Arbeitsstrukturen und stellt nicht nur fest, dass sich die Strukturen und Programmatiken der Theaterinstitutionen grundlegend verändert haben, sondern auch, dass diese bedeutenden „Einfluss auf die KünstlerInnen – ihr Selbstverständnis, die Auswahl der Stoffe, die Zusammensetzung von Arbeitsgemeinschaften, die Arbeitsweisen“ nehmen.

Der Theaterautor und Wissenschaftler Ian De Toffoli nimmt in seinem Beitrag indes genau die entgegengesetzte Blickrichtung ein, indem er die Metamorphose untersucht, die der Theatertext durchläuft, wenn er sich zu einer Inszenierung entwickelt. Aber auch diese Beobachtungen bewegen sich im Fahrwasser der Internationalisierung, denn diesmal ist es der Text, der „auf Reisen“ geht, insofern De Toffoli die mehrsprachige Aufladung (unter anderem durch Übertitelungen) beobachtet, die der Text durch seine Aufführung in anderen Sprach- und Kulturräumen erfährt.

„Theater international“ wird in diesem Zusammenhang weiterhin eine wichtige Funktion als Seismograf für die internationale Entwicklung im Theater, aber auch für solche gesellschaftlichen und soziokulturellen Prozesse bilden, auf die es ästhetisch reagiert.